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Diana Skibbe

EINFACH UNAPPETITLICH

Diana Skibbe, Verbraucherschützerin der Thüringer Linksfraktion kritisiert Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen Caterer SODEXO

 

„Es klingt schon kurios, wenn gerade die Staatsanwaltschaft Darmstadt, die Ermittlungen gegen die Verursacher der größten Krankheitswelle mit Brechdurchfall in der Geschichte der Bundesrepublik einstellt, die durch mit Norovieren infizierte Lebensmittel  ausgelöst wurde.“, erklärt die Thüringer Linken-Abgeordnete mit Sitz in Nordhausen.

 

Skibbe stützt diese Kritik auf Veröffentlichungen und Recherchen der „Berliner Zeitung“ und der „Neue Rheinische Zeitung“.

Natürlich sei der Sitz der Behörde zweifellos richtig, weil der Stammsitz des deutschen Ablegers SODEXO im benachbarten Rüsselsheim liegt. Unverständlich sei ihr aber, dass mit einer kurzen Entschuldigung und einem Büchergutschein von 50 Euro des Berliner Schulbuchverlages „Cornelsen“ alle wieder zur Tagesordnung übergehen. Mit einer Infektion von über 11000 Kindern, sowie Lehrerinnen und Lehrern, davon allein über 1000 in Thüringen – und auch eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der SODEXO-Großküche in Döbeln – wird es keine Ermittlungen oder andere Konsequenzen geben! Hat man Angst, sich mit einem Globalplayer dieser Branche anzulegen? Warum gibt keine Stellungnahme des Bundesverbraucherschutzministeriums? Von der zuständigen Thüringer Ministerin kein Wort?

SODEXO als börsennotierte Holding mit einem Jahresumsatz von 16 Milliarden Euro ist in 80 Ländern aktiv. In der neoliberalen Privatisierungswut der letzten 15 Jahre expandierte diese Firma weltweit. Sie beliefert über 50 Mio. Menschen in Kitas, Schulen, Krankenhäusern, Kasernen, Behörden und Gefängnissen mit Essen. An letzteren ist SODEXO-USA auch selbst beteiligt, selbst in der BRD. Die SODEXO-Tochter SODAB war an der Planung der privaten Haftanstalt im hessischen Schlüchtern beteiligt.

 

„Richtig heftig wird es aber“, so Skibbe, „wenn man sich die Beteiligten der deutschen Sozialgesetzgebung anschaut. SODEXO ist der Erfinder des Wertgutscheinsystems für Asylbewerber und für die Chipkarten der Bildungsgutscheine für Kinder aus Hartz IV-Familien und verdient dabei so richtig mit.“

Das Land Berlin in Mitverantwortung der PDS schaffte schon 2003 die Gutscheine für 2700 Asylbewerber in ihrer Hoheit ab und sparte in einem Jahr 60 000 Euro an Provisionen an SODEXO. Die Linkenpolitikerin begrüßt, dass die Thüringer Landkreise zunehmend dies diskriminierende Gutscheinsystem abschaffen.

 

„Mich würde mal interessieren, wie viel Geld dieses Unternehmen hätte zahlen müssen, wenn ein solcher Lebensmittelskandal mit über 11000 Erkrankten die USA getroffen hätte. Das hätte sehr wahrscheinlich auch ein politisches „Erdbeben“ ausgelöst. Die Entschädigung mit Büchergutscheinen im Gesamtwert von 550 000 Euro in Deutschland erscheinen im Vergleich geradezu als Witz.“, ist Skibbe überzeugt.

Und sie ergänzt: “Diese 50 Euro-Büchergutscheine sind NUR beim Schulbuchverlag „Cornelsen“ einzulösen. Die Betriebskantine dieses Berliner Verlages betreibt, wen wundert es, SODEXO. Als LINKE sind wir uns dieses Skandals bewusst und werden auf allen politischen Wegen unseren Einfluss einbringen, regionale Erzeuger für eine gesunde Ernährung unserer Bevölkerung zu favorisieren, statt für renditehungrige Börsenspekulanten die Gesundheit unserer Menschen zu opfern.“