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Etwa 1 000 Menschen demonstrierten am vergangenen Sonnabend unter dem Motto Gera-bunt-tolerant-weltoffen KEIN PLATZ FÜR NAZIS! gegen ein groß angelegtes Nazitreffen in Gera.
Mit einem ökumenischen Friedensgebet wurden die Protestaktionen eröffnet. Der Runde Tisch für Toleranz und Menschlichkeit organisierte ein Buffet demokratischer Parteien und Vereine. Den Abschluss nach der friedlichen Demonstration bildete ein Reggaekonzert.

Am Montag, 22.06.2009 wurden die Unterschriftsbögen des Volksbegehrens „Für eine bessere Familienpolitik“ vor der Thüringer Staatskanzlei übergeben. Symbolisch wurden die Bögen mit einer Pferdekutsche herbeigebracht, um zu demonstrieren, wie langsam notwendige Veränderungen in Thüringen durchgesetzt werden.
Bodo Ramelow, Christoph Matschie und Jürgen Röhreich waren die Redner der kleinen Kundgebung vor Ort. Mit 17 107 Unterstützerunterschriften wurden die notwendige Anzahl von 5 000 Unterschriften klar überboten. Vielen Dank an dieser Stelle allen fleißigen Sammlern. Nach der Überprüfung der Korrektheit der Unterschriften durch die Meldebehörden hat die Landtagspräsidentin sechs Wochen Zeit, die Richtigkeit des Volksbegehrens anzuerkennen. Bei der nächsten Stufe müssen dann etwa 200 000 Menschen für das Anliegen des Volksbegehrens unterschreiben.

Auch wenn Thüringen im bundesweiten Ranking eine Spitzenposition bei der frühkindlichen Bildung laut TKM einnehmen soll, darf man einige Fakten nicht von der Hand weisen. Die Landesmittel für frühkindliche Bildung und Betreuung wurden in der letzten Legislatur um etwa ein Drittel reduziert. Ein Bildungsplan der außerhalb der Arbeitszeit gelesen werden muss, kann demzufolge auch nur ehrenamtlich umgesetzt werden. Die nun versprochenen Tausend zusätzlichen ErzieherInnenstellen werden erst nach und nach in den nächsten vier Jahren eingestellt. Diese Erzieherstellen würden schon jetzt nicht ausreichen, bekanntlich brauchen wir 2000 Stellen sofort. Außerdem brauchen die Erzieherinnen ausreichend Zeit für die Vor- und Nachbereitung sowie die Einführung des Thüringer Bildungsplanes bis 10 Jahre. Nimmt man diesen ernst, müsste auch Zeit für Beratungsgespräche mit Eltern, Kollegen und weiteren Fachkräften eingeplant werden.
Wir als LINKE orientieren uns nicht am Bundesdurchschnitt, sondern an europäischen Maßstäben. Dort gehören Fachschulabschlüsse bei den ErzieherInnen längst der Vergangenheit an. Wer frühkindliche Bildung und Betreuung ernst nimmt, muss die ErzieherInnenausbildung reformieren und überlegen, wie der Weg von der Fachschulausbildung zur Hochschulausbildung zurückgelegt werden kann.
Diana Skibbe